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Märkische Umfahrt

Dauer 10 Tage

Die unzähligen Routen durchs weitverzweigte Wassernetz lassen sich je nach Gusto in verschieden lange Ausfahrten einteilen. Genau das richtige, um im Frühjahr wieder in Gang zu kommen und eine neue Saison zu starten.

Immer die Spree abwärts von Leipe im Oberspreewald über Lübbenau nach Lübben im Unterspreewald. Von dort geht es an Schlepzig und Leibsch vorbei in und durch den Neuendorfer See. Ein weiteres Stück Spree, hier die »Krumme« genannt, der Schwielochsee wird kurz angeschnitten und dann durch weitere kleine Seen nach Beeskow. Bei Neubrück geht's dann über die idyllische Drahendorfer Spree zur Spree-Oder-Wasserstraße und darauf nach Fürstenwalde. Nach etwa 20 Kilometern begradigter Kanalstrecke zweigt an der Großen Tränke die Müggelspree ab und windet sich Erkner am Dämeritzsee zu.

Zwischen Lübben im Unterspreewald und Erkner vor den Toren Berlins nennt sich dieser Teil der Strecke »Wasserwanderweg Spree«. Die Infrastruktur ist gut ausgebaut: Rastplätze, Campingplätze und Bootshäuser laden zum Übernachten ein. Die Strecke ist abwechslungsreich, nie langweilig. Manche Schleuse und Umtragestrecke bereitet Einzelfahrern wie mir etwas Kopfzerbrechen, gehen aber dann doch. Schließlich erreiche ich Erkner. Von dort ist das Zentrum von Berlin in einer guten halben Stunde und für drei Euro mit der S-Bahn leicht zu erreichen.

Nach dem Schnuppern von etwas echter Berliner Luft bin ich dann wieder in den Spreewald zurück gepaddelt. Diesmal aber über die südöstlichen Berliner Seen, die Dahme und den Spree-Dahme-Umflutkanal. Dieser zweite Abschnitt ist mir gänzlich neu und so bin ich gespannt, was an Abenteuern auf mich wartet. Erkner verlasse ich südwärts und erreiche über den Gosener Graben den langgestreckten Seddinsee. Am Wasserstraßenkreuz bei Schmöckwitz geht es Dahme aufwärts, gegen eine nur imaginäre Strömung, über ein paar kleinere Seen und an Königs Wusterhausen vorbei nach Prieros. In Märkisch Buchholz vereinigen sich die Wasser vom Spree-Dahme-Umflutkanal und der eigentlichen, unscheinbar kleinen Dahme. Am Köthener See entschließe ich mich zur »Abkürzung« über die Wasserburger Spree zum Puhlstrom. Somit spare ich mir das restliche Kanalstück bis zum Verteilerbauwerk bei Leibsch. Bei Petkampsberg schließt sich meine Runde. Von dort sind es nur noch 25 km bis zum Spreewaldhof Leipe, wo mein Auto auf mich wartet.

Trotz des Wochenendes um den 1. Mai war es noch ruhiger und einsamer auf dieser Rückfahrt. Andere Paddler habe ich nur noch beim Sonntagsausflug gesehen, die restlichen Tage war ich dann alleine auf dem Wasser. Auch der zweite Teil der Märkischen Umfahrt stellt sich als abwechslungsreich und landschaftlich lohnend heraus. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es fast ebenso zahlreich wie an der Spree und in passenden Entfernungen. Eine problemlose Versorgung mit Lebensmitteln ist gewährleistet, die Schleusen und Umtragestellen sind machbar, wenn auch nicht immer leicht. Wer viel Zeit mitbringt, kann zwei lohnende Abstecher machen: einerseits über  Storkow in den Scharmützelsee und nach Bad Saarow, andererseits nach Teupitz am gleichnamigen See. Ausgangspunkt für beide Abstecher kann der Campingplatz in Prieros sein.

Die »Märkische Umfahrt« genannte Rundfahrt kann je nach Kondition in einer guten Woche bewerkstelligt werden. Genusspaddler sollten aber zehn Paddeltage einplanen, um Zeit für die zahlreichen Sehenswürdigkeiten entlang der Ufer zu haben.